Wie ihr eine mehrsprachige Site aufbaut

Habt ihr schon einmal probiert, eine oder mehrere Sites zu erstellen und diese in mehreren Sprachen zur Verfügung zu stellen? Angenommen, ihr wollt eine Site über Rucksacktourismus in Europa aufbauen und euren Content deutsch-, englisch- und spanischsprechenden Usern zur Verfügung stellen. Dabei ist es wichtig, sich im Vorfeld Gedanken über den Seitenaufbau, die geografische und sprachliche Ausrichtung eurer Site, sowie die Organisation eures Contents zu machen.

Seitenaufbau

Als erstes solltet ihr euch überlegen, ob es sinnvoll ist, länderspezifische Top-Level-Domains für alle Länder zu erwerben, in denen ihr den Content eurer Site anbieten wollt. In unserem Beispiel könnten die Domains dann so lauten: ichlieberucksackreisen.de, ilovebackpacking.co.uk und irdemochilero.es. Diese Option, auch bekannt als geografische Ausrichtung, ist vorteilhaft, wenn ihr euch entscheidet, euren Content auf die Länder auszurichten, mit denen die Top-Level-Domains assoziiert werden. Ein wenig später werden wir darauf eingehen, wie sich die geografische Ausrichtung von der sprachlichen unterscheidet. Angenommen, euer Content liegt in Deutsch vor und ist vor allem für User aus Deutschland relevant und weniger für deutschsprachige User aus der Schweiz oder Österreich. In diesem Fall ist es sinnvoll, eine de-Domain zu registrieren. Deutsche User werden eure Site als lokale Website erkennen, der sie mitunter mehr Vertrauen entgegen bringen. Andererseits kann es sehr teuer sein, länderspezifische Top-Level-Domains zu erwerben, ganz zu schweigen von dem Aufwand, mehrere TLDs zu verwalten und zu aktualisieren. Wenn eure Mittel und eure Zeit begrenzt sind, könnt ihr den Kauf einer generischen Domain in Betracht ziehen, auf der die verschiedenen Spachvarianten eurer Website zur Verfügung gestellt werden. Für diesen Fall empfehlen wir eine der zwei folgenden Optionen:

  1. Legt den Content für die verschiedenen Sprachen in entsprechend getrennten Subdomains ab. Für unsere oben erwähnten Sprachen ergäbe das folgende Subdomains: de.example.com, en.example.com, es.example.com.
  2. Legt den Content für die einzelnen Sprachen in verschiedenen Unterverzeichnissen ab. Mit dieser Variante ist die Aktualisierung und Verwaltung eurer Website leichter zu bewerkstelligen. In unserem Beispiel würde das so aussehen: example.com/de/, example.com/en/, example.com/es/.
Matt Cutts hat einen informativen Post über Unterverzeichnisse und Subdomains geschrieben, der euch die Wahl einer dieser Optionen erleichtern kann.

Geografische Ausrichtung versus sprachliche Ausrichtung

Wie weiter oben schon erwähnt, könnt ihr euren Content einer Zielgruppe in einer bestimmten Region der Welt zugänglich machen. Besonders hilfreich dafür ist das
Tool zur geografischen Ausrichtung in den Webmaster-Tools. Es ermöglicht euch, verschiedene geografische Ausrichtungen für verschiedene Unterverzeichnisse oder Subdomains von generischen Top-Level-Domains zu wählen, z.B. /de/ für Deutschland.

Wenn ihr alle User auf der ganzen Welt erreichen wollt, die eine bestimmte Sprache sprechen, solltet ihr euch nicht auf eine bestimmte Region beschränken. Diese Option wird sprachliche Ausrichtung genannt und kann nicht mit dem Tool zur geografischen Ausrichtung vollzogen werden.


Organisation des Contents

Der gleiche Content in verschiedenen Sprachen wird nicht als Duplicate Content wahrgenommen. Aber achtet darauf, dass ihr der Website eine gute Organisation zugrunde legt. Wenn ihr einem der oben aufgeführten Vorschläge zum Seitenaufbau folgt, dann sollte nichts mehr schief gehen. Auf jeden Fall solltet ihr es vermeiden, verschiedene Sprachen auf einer Seite zu vermischen, da es sowohl die User als auch den Googlebot verwirren könnte. Am besten ist es, den Content und die Navigation auf einer Seite in derselben Sprache zu halten.


Um herauszufinden, wie viele eurer Seiten als zu einer bestimmten Sprache zugehörig erkannt wurden, solltet ihr eine sprachspezifische Site-Suche durchführen. Wenn ihr beispielsweise eine Suche nach google.com
mit dem Operator site: durchführt, so könnt ihr unterhalb der Suchbox die Option festlegen, so dass euch nur Resulte angezeigt werden, die auf Deutsch vorliegen.


Wenn ihr mehr Fragen zu diesem Thema habt, dann postet doch in unserem Forum für Webmaster.

Post von Charlene Perez and Juliane Stiller, Search Quality Team

Donnerstag, 7. August 2008 um 17:49

7 Kommentare:

die Tante Jensen hat gesagt…

"Besonders hilfreich dafür ist das Tool zur geografischen Ausrichtung in den Webmaster-Tools. Es ermöglicht euch, verschiedene geografische Ausrichtungen für verschiedene Unterverzeichnisse oder Subdomains von generischen Top-Level-Domains zu wählen, z.B. /de/ für Deutschland."

Also mir nicht, ich kann gar nichts auswählen :-(

Coder12 hat gesagt…

ich kann ebenfalls nichts auswählen!

Meine .at-Domain ist für Österreich zugewiesen, möchte es aber für den deutschsprachigen Raum festlegen

auf google.com bin ich bei den deutschsprachigen Seiten gelistet, auf google.de nicht :-(

Juliane hat gesagt…

Hi coder12, hi tante jensen,
das Tool zur geografischen Ausrichtung kann nur bei generischen Top-Level-Domains wie .org oder .com benutzt werden. Man kann damit geografische Standorte festlegen aber keine sprachlichen Zielgruppen auswählen. Normalerweise erscheinen auch .at/.ch Domains in google.de wenn sie für eine gegebene Suchanfrage relevant sind. Beispielweise zeigen wir für die Suchanfrage [Zug] auch .ch Domains an.

Viele Grüße,
Juliane

Coder12 hat gesagt…

Hallo Juliane,

danke für die rasche Antwort.
Leider muss ich bei der Suchanfrage [Quiz] etwas anderes feststellen:

Bei google.com ist eine at-Domain an 1. Stelle, auf google.de ist diese aber nicht zu finden - das ist merkwürdig!

Vielleicht kannst du es kurz erläutern womit das zu tun hat!
Danke

Salomon hat gesagt…

Ich habe über ein Jahrelang versucht eine Seite gTLD (.eu) mit dem geo-taregtting-tool und einer logischen Seitenstruktur (sowie sie von Google empfohlen wird) aufzubauen und zubermarkten. Wir haben hervorragende Ergebnisse auf Google.com gehabt aber wurden einfach nicht auf Google.de gelistet. Nun haben wie die Seite auf einer ccTLD (.de) gepackt und die gTLD (.eu) per 301 weitergeleitet. Innerhalb von TAGEN sind wir bei den Suchergebnissen in Google.de erschienen!

Mein Ratschlag ist, versucht NICHT eine mehrsprachige Webseite in Ordnerstruktur zu vermarkten und aufzubauen. Google kapiert das nicht. Besondere Gefahr gibt es bei Wörtern die in Englisch und Deutsch ähnlich und gleich sind!

Kauft Euch die ccTLD, denn sonst wird es mit Google.de nichts!

Vielleicht klappt es mit SubDomains besser. Da hab ich keine Erfahrung.

rumpelstilzchen hat gesagt…

dieser post ist wenigstens hübsch verständlich geschrieben :-)

Labskaus hat gesagt…

Wie verhält es sich denn, wenn man den gleichen content (Deutsch) einmal auf einer .de und dann noch auf einer .ch und .at veröffentlichen möchte?
Führt dieses auch zu Problemen, oder kann google damit umgehen und indexiert/rankt google die entsprechende tld-Domain in dem jeweiligen Land? Insbesondere auch wenn sie über länderspezifische Backlinks verfügt.
Hat hier jemand Erfahrungen dazu?

Gruss
Labskaus