In der Regel ist eine mehrsprachige Website immer dann sinnvoll, wenn euer Zielpublikum verschiedene Sprachen spricht. Wenn ihr mit einem Blog über Fußball in Lateinamerika brasilianische Leser erreichen wollt, entscheidet ihr euch vielleicht nur für eine portugiesische Version. Wenn ihr jedoch auch Fußballfans in Argentinien erreichen wollt, wäre eine spanische Version hilfreich.
Google und Spracherkennung
Google versucht, die Hauptsprachen eurer einzelnen Seiten zu ermitteln. Ihr könnt die Spracherkennung erleichtern, indem ihr euch für eine Sprache pro Seite entscheidet und nicht mehrere Übersetzungen nebeneinanderstellt. Google erkennt zwar, falls eine Seite mehrere Sprachen enthält, wir empfehlen jedoch, die gleiche Sprache für alle Elemente einer Seite zu verwenden: Überschriften, Seitenleisten, Menüs usw.
Denkt daran, dass Google alle Sprachinformationen auf Codeebene ignoriert, von "lang"-Attributen bis hin zu Dokumenttypdefinitionen (DTD). Einige Web-Editoren erstellen diese Attribute automatisch, weshalb sie bei der Ermittlung der Sprache einer Webseite nicht sehr verlässlich sind.
Google-Nutzer erwarten, dass bei einer Suche in der eigenen Sprache auch lokalisierte Suchergebnisse angezeigt werden. Und hier kommt ihr als Webmaster ins Spiel: Wenn ihr eure Website lokalisiert, könnt ihr dies mit einigen der folgenden Tipps in den Suchergebnissen sichtbar machen.
Die Anatomie einer mehrsprachigen Website: URL-Struktur
Ihr braucht für eine mehrsprachige Website keine speziellen URLs erstellen. Dennoch möchten eure Nutzer möglicherweise anhand der URL erkennen können, in welchem Bereich eurer Website sie sich gerade befinden. Die folgenden URLs zum Beispiel sind ein klares Indiz dafür, dass sich der Nutzer auf der englischsprachigen Version dieser Website befindet:
http://example.ca/en/mountain-bikes.html
http://en.example.ca/mountain-bikes.html
Im Vergleich dazu sehen die URLs der französischsprachigen Version so aus:
http://example.ca/fr/mountain-bikes.html
http://fr.example.ca/mountain-bikes.html
Zusätzlich könnt ihr mit dieser URL-Struktur den Index eures mehrsprachigen Contents einfacher analysieren.
Wenn ihr URLs mit Sonderzeichen verwenden möchtet, nehmt die UTF-8-Codierung. Mit UTF-8 codierte URLs sollten ordnungsgemäß maskiert werden, wenn ihr sie so innerhalb eurer Links verwendet. Wenn ihr eure URLs manuell maskieren müsst, könnt ihr dafür ganz einfach einen Online-URL-Codierer verwenden. Wenn ihr zum Beispiel die folgende URL vom Englischen ins Französische übersetzen möchtet:
http://example.ca/fr/mountain-bikes.html
Könnte das etwa so aussehen:
http://example.ca/fr/vélo-de-montagne.html
Da diese URL ein Sonderzeichen enthält (é), würde sie bei korrekter Codierung wie folgt aussehen und könnte in einem Link auf euren Webseiten verwendet werden:
http://example.ca/fr/v%C3%A9lo-de-montagne
Crawlen und Indexieren eurer mehrsprachigen Website
Wir empfehlen, automatische Übersetzungen nicht indexieren zu lassen. Automatische Übersetzungen ergeben nicht immer Sinn und könnten als potenzieller Spam angesehen werden. Das Ziel einer mehrsprachigen Website besteht darin, durch die Bereitstellung von nützlichem Content in mehreren Sprachen ein größeres Publikum zu erreichen. Wenn eure Nutzer eine automatische Übersetzung nicht verstehen oder diese in ihren Augen künstlich erscheint, solltet ihr euch fragen, ob ihr wirklich diese Art von Content bereitstellen möchtet.
Wenn ihr eine Website lokalisiert, sollte Googlebot alle Sprachversionen einfach crawlen können. Ihr könnt dabei z. B. eine Verlinkung der Seiten untereinander in Betracht ziehen. Das heißt, dass ihr Verknüpfungen zwischen Seiten herstellen könnt, die den gleichen Content in verschiedenen Sprachen anbieten. Dies kann auch für eure Nutzer sehr hilfreich sein. Nehmen wir unser vorheriges Beispiel noch einmal und nehmen an, dass ein französischsprachiger Nutzer, der jetzt noch auf http://example.ca/en/mountain-bikes.html landet, mit einem Klick zur Seite http://example.ca/fr/vélo-de-montagne.html wechseln kann, wo der gleiche Content in französischer Sprache angezeigt wird.
Um das Crawlen von Content eurer Website zu erleichtern, solltet ihr automatische Weiterleitungen auf der Basis der vom Nutzer gewählten Spracheinstellung vermeiden. Durch diese Weiterleitungen können Nutzer (und Suchmaschinen) möglicherweise nicht alle Versionen eurer Website sehen.
Zu guter Letzt: Ihr solltet den Content für jede Sprache einer separaten URL zuweisen. Verwendet keine Cookies, um die übersetzten Versionen anzuzeigen.
Arbeiten mit Zeichencodierungen
Google extrahiert Zeichencodierungen direkt aus HTTP-Headern, HTML-Seitenheadern und dem Content. Bei der Zeichencodierung muss nicht viel beachtet werden. Ihr solltet jedoch nach widersprüchlichen Informationen Ausschau halten, etwa zwischen Content und Überschrift. Obwohl Google verschiedene Zeichencodierungen erkennen kann, empfehlen wir, falls möglich, die Verwendung von UTF-8 auf eurer Website.
Falls ihr jetzt einen Knoten in der Zunge habt...
Jetzt, wo ihr das alles wisst, bekommt ihr vielleicht beim Sprechen der vielen Sprachen einen Knoten in die Zunge - aber wenigstens muss das nicht mehr bei eurer Website der Fall sein!
Weitere Informationen findet ihr in unserem Post "Websites für mehrere Regionen". Außerdem sprechen wir in unserem nächsten Post über besondere Situationen, die beim Arbeiten mit globalen Websites auftreten können. Bis dahin könnt ihr gerne im Hilfeforum vorbeischauen und euch an einer Diskussion beteiligen.
Working with multilingual websites (English version)
Post von Xavier deMorales, Google Search Quality (Veröffentlichung der deutschen Fassung von Sven Naumann, Search Quality)







